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Estaneslao "Tanny" del Campo
A Legend In His Own Time

von Krishna Godhania

Wenn arme Manner um grolBe Preise unter Regeln kampfen, sind ihre Kampfstile und Techniken oft sehr gut. Kampfbotonte Sportarten, wie Muay Thai machen sich die Kraft zu Nutze, die ein Mensch entwickelt, wenn er Hunger hat und eine Mahlzeit sieht, um so der Schwache der Kampfsportarten, die man in seiner Freizeit betreibt, zu entgehen. Die Regeln des fruhen philippinischen Boxens waren nicht sehr ausgeprägt. Auch heute fühlen sich keine faulen, schwachen, reichen oder feigen Zeitgenossen davon begeistert.

Im Alter von 73 Jahren mit 146 „offiziellen" professionellen Kampfen hinter sich, behalt Tanny Campo immer noch den Uberblick. Er lebt nach wie vor in Pasil, eine der schlimmsten Gegenden von Cebu, wo ich ihn vor 9 Jahren kennenlernte.

Wir salBen zusammen in seinom Haus und er erzahlte mir von seinom Leben. Tanny kam schon früh ans Kampfen. Schon in der Schule zog er den Arger an und war haufig in Prügeleien verwickelt. Bei seinem ersten Kampf im Ring bei einer Fiesta in Danao, war er 15 Jahre alt. Da er sein ganzes Geld für die Fahrt nach Danao ausgegeben hatte, versuchte er bei einem Showkampf Geld für Essen und die Heimreise zu verdienen.

Unglücklicherweise hatte er gerade ein anstrengendes Basketballspiel hinter sich und sein Gegner war um einiges schwerer als er, so dal3 der Kampf in einom Unentschieden endete. „Mein hartester Kampf war gegen Dado Marino. Für mich war er sogar ein unangenehmerer Gegner als Flash Elorde, den ich bei meinom 2. Kampf mit ihm aufs Parkett beforderte. Ich war der erste Filipino, der das schaffte. Spater wurden wir gute Freunde und ich wurde sogar sein Trainer nach dem Kampf. Ich kampfte in Japan gegen den Champion im Fliegengewicht, Shirai. Der Kampf dauerte 15 Runden. Ich verlor nach Punkten, eine vollkommen ungerechte Entscheidung. Danach wurde ich in Asien von den meisten Kampfern in Asien gemieden. Sie wichen mir aus. Ich mulBte in Italien gegen den Europameister Alfonso Halimi kampfen.

                       

Auf seinen Reisen kam Tanny auch nach Thailand, wo ein interessanter Zwischenfall passierte. Von Leo Espinosa, einom anderen groBen Pinoy Boxer begleitet, wurden die beiden von einigen lokalen GrolBen zu einem Thai-Box-Kampf aufgefordert. Espinosa akzeptierte mit Handschuhen zu kampfen und wurde dafür mit einom gebrochenen Arm und einem K.O. bostraft. Nachdem seine Karriere als Boxer beendet war, wurde Tanny Bodyguard des Bürgermeisters von Cebu und ging spater zur Polizei. Damals passierte auch folgendes:
„Ich sah einen Verdachtigen die StralBe hinunterlaufen, versteckte mich kurz und hielt ihn dann fest. Auf die Frage, warum er denn Laufen würde, antwortete er, dalB er ein Boxer im Training sei. Ich fragte ihn, wer sein Trainer sei und er antwortete Tanny Campo. Ich nahm ihn fest und sagte ihm, daB ich Tanny Campo bin. Sie sollten sein Gesicht gesehen haben."

 
                         

Auf einer privaten Reise passierte ihm folgende Geschichte: „Wahrend der Wahlzeit war es auch Polizisten auBer Dienst verboten eine Fenerwaffe zu tragen. Da die Gegend in die ich muBte ziemlich verrufen war, gab mir mein Freund Abner Pasa ein Nunchaku zum Schutz mit, dessen Handhabung er mir vorher gezeigt hatte. Diese Vorsicht hat wahrscheinlich mein Leben gerettet. Ich wurde von 3 Mannern mit Messern und Bolos angegriffen. Es gelang mir den ersten durch einen Schlag auf die Hand zu entwaffnen. Danach ergriffen alle 3 die Flucht. Das machte mich in dieser Gegend berühmt. Mein Training mit Tanny wird mir wohl immer im Gedachtnis bleiben. Er konnte dich einerseits bis zu Deinen Grenzen treiben und andererseits jederzeit Witze reiBen. Tanny lehrte 2 Systeme. Das eine für den Ring und das andere für die StraBe. Campo war auch ein Mann mit unglaublichen defensiven Qualitaten. Er wehrte ohne Mühe einen Punch ab. Seine Fahigkeit einom Angriff zuvorzukommen war fast schon unheimlich. Er benutzte seine Ellbogen und seinen Kopf genauso effektiv wie seine Fauste und konnte jeden Hebeln, wie er wollte.

                       
 

Published in Filipino Martial Arts Magazine and El Juramentado Magazine, August 2001.

   
                       
           
                       
       
 
   
   
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